Eine vermummte Gestalt schleicht durch die unteren Ebenen des Schiffes. Er schaut mehrmals um sich und hält schlussendlich vor einer seltsamen Holzstatue. „Meister der Zauber hat versagt“, beginnt die Person mit der Statue zu diskutieren. Eine kurze Stille traf ein. Die Statue begann zu sprechen: „Ich weiss, ich habe den Einfluss gespürt. Es hätte beinahe geklappt, wäre aus irgendeiner Fügung des Schicksals Tel’Aran nicht über Deck gewesen. Schon wieder haben wir die Macht dieses Wesens unterschätzt.“ Der Unbekannte stand vor der Statue und öffnete ein geheimes Fach. Es sind mehrere Bannsiegel darin enthalten und er durchsucht diese. „Wir müssen warten. Mein lieber Freund. Sie ahnen wahrscheinlich schon etwas und wir sollten uns lieber ein oder zwei Tage ruhig verhalten.“ Der Unbekannte blickt zur Statue. „Warum transformiert ihr nicht einfach in eure echte Gestalt. Als Schwarzer Hohepriester solltet ihr doch diese Möchtegern Magier aufhalten können? Weswegen wollt ihr das ganze nicht direkt lösen?“. Die Statue beginnt zu glühen und der Unbekannte beginnt zu stöhnen und schreit. „Du Idiot. Ich mag mächtig sein, aber du ahnst nicht, wer alles an Board dieses Schiffes ist, geschweige denn was alles. Weiter wäre es auffällig und würde meinen Plänen nicht dienen. Wir müssen Tel’Aran töten bevor sie alle dieses neue Land erreichen.“, die Statue verwandelt sich wieder in eine normale Holzfigur und der Unbekannte wirkte sichtlich erleichtert. „Dieses neue Land. Wir haben noch keinen Einfluss. Keiner dieses Volkes würde uns führen wie damals in Brittania. Tel’Aran, Noverus und einige andere würden dort sehr sicher sein. Vielleicht sogar für immer. Wir müssen sie aufhalten. Doch ich kann es nicht riskieren, dass Tel’Aran seiner Macht bewusst wird. Das würde passieren, wenn ich mich offenbare.“. Der Unbekannte schaute um sich und setzte sich danach hin. Er wirkte nachdenklich. „Was ist denn an diesem Elf so besonders. Es ist ein Kind von einem bekannteren Führer. Nicht mehr und nicht weniger. Wieso sollten die Ausgeburten der Hölle Angst haben? Ich verstehe es nicht?!“ redete er energisch auf die Holzstatue ein. Es herrschte wieder eine Stille. „Du brauchst es nicht zu verstehen. Du hast uns damals nach Brittania gerufen und du wirst nun deine Aufgaben erledigen oder enden wie viele vor dir. Wir haben unsere Gründe und du musst sie akzeptieren. Du kennst den Preis und deine Belohnung. Halte dich an unserer Abmachung. Geh nun. Komm in zwei Tagen wieder, dann überlegen wir uns etwas Neues!“, sprach die Holzstatue und der Unbekannte lief nickend weg.
Ein neuer Tag brach an. Es waren seit diesem Treffen der Verschwörer schon vier Tage vergangen. Tel’Aran übte morgens fleissig die Kampfkunst und beherrschte schnell einige interessante Tricks. Noverus war sehr stolz auf den jungen Elfen und dessen Entwicklung. Jeden Tag versammelten sich einige Schaulustige und bestaunten das Training und die Kämpfe, welche zwischen Meister und Schüler stattfanden. Tel’Aran setzte gerade einen Hieb an und wollte Noverus von der linken Seite erwischen. Dieser wich ohne Mühe aus und machte eine Drehung, damit er hinter Tel’Aran stand. Die Klinge war am Hals vom Elfen und Noverus lächelte einwenig. „Tel’Aran versuch weniger energisch vorzugehen. Es ist wichtig, dass du versuchst deinen Gegner zu täuschen und verunsichern. Nur weil ich deinen Angriff vorhersehen konnte, war ich als Folge hinter dir und du mein lieber, wärst nun Tod“, begann Noverus den Jungen zu belehren. Beide steckten die Schwerter wieder zurück in die Scheide. Es war bereits wieder Mittag und der Nachmittag war für den Spass bereit gestellt. Tel’Aran wollte fast lieber weiter trainieren, aber Noverus bestand darauf, dass man sich auch entspannen sollte.
Nach dem Mittag war Noverus wie den letzten Tagen mit Morrigan zusammen. „Was hat es mit dem Elfen auf sich? Einige der Leute hier an Board scheinen grosse Hoffnungen in Ihm zu tragen. Andere sehen ihn an wie ein Messias. Kannst du mir mal erklären woher dieser Glaube und die Hoffnungen kommen? Ich verstehe es einfach nicht. Das ganze drum herum.“, begann Morrigan die heutige Diskussion. Noverus blickte kurz Tel’Aran nach, welcher wie gewohnt Fangen mit den anderen Kinder spielt. „Nun, wo soll ich Anfangen. Kennst du überhaupt die Geschichte der Familie Rhiod? Die Geschichte über das Schwert, welches sie behüten und benutzen?“, erwiderte er kurz und die Keltin verneinte mit dem Kopf diese Fragen. „Nun gut meine Liebe. Die Familie Rhiod gehört zu den ältesten von Brittania. Ihre Wurzeln sind sehr weit nachweisbar und einige Munkeln sogar, sie seien die erste Familie, welche in Brittania Fuss gefasst haben. Wie dem auch sei. Die Familie ist oder war im besitz eines besonderen Schwertes. Es leuchtete in einem hellen Weiss und keiner war fähig zu Lügen oder eine Böse Tat zu begehen, wenn er in der nähe dieses Schwertes war. Durch diese seltsame Macht des Schwertes wurde die Familie Rhiod sehr geachtet und das Schwert wurde als ein Segen des Landes angesehen.“, Noverus blickt zu Morrigan und redet weiter, „Zumindest diesen Teil mit dem Schwert sollte dir bekannt vorkommen. Auch in den abgelegen Regionen wurden solche Legenden über ein Schwert bekannt. Was das ganze nun mit Tel’Aran zu tun hat. Das ist eine interessante Frage. Alle sind der Ansicht, dass er im besitz dieses Schwertes ist, resp. Ich es für ihn zurzeit aufbewahre. In Wahrheit weiss niemand was mit dem Schwert geschehen ist. Das einzige was ich durch seinen Vater, Tel’Xathurs, weiss ist, dass der Besitz dieses Schwert für den Feind einen massiven Sieg bedeuten würde. So massiv, dass wir kaum noch hier stehen würden.“, der Kelte blickt zu Tel’Aran runter und seufzt leise, „Soviel er mir erklärt hat, wurde das Schwert durch einen Reiter zur Villa gebracht. Tel’Aran verweigerte das Schwert und in dem Moment kam ein Trupp und stürmte die Villa. Dabei starben seine Mutter und viele der Dienerinnen, welche zumindest für die Familie Rhiod mehr als nur Bedienstete waren. Niemand weiss wo das Schwert ist, aber sicher ist, dass es der Feind noch nicht hat und bei uns vermutet. Vielleicht ist es bei uns und vielleicht nicht.“ Die beiden sassen nah beieinander und blieben für eine Weile ruhig. Sie blickten in die Menge hinunter und betrachteten die Menschen und Elfen. „Ich verstehe nun einiges, aber das mit dem Glauben an Tel’Aran kann ich nicht verstehen.“, Noverus hielt die Hand von Morrigan. „Tel’Aran verlor seine Mutter, seine beiden Geschwister und jedes Mal war er in nächster Nähe. Er hat viel Leiden erlebt und trotzdem rennt er munter über das Deck und übt mit mir jeden Tag die Schwert und Kampfkunst. Viele schöpfen durch ihn neue Kraft. Viele hier haben Leid, Tod, Angst gesehen und erlebt und zusehen, dass man es vergessen kann ist für viele eine Hoffnung. Du siehst. Die Hoffnung ist nicht direkt in Tel’Aran sondern in der Tatsache, dass jedes Leid einmal enden kann.“, Sie lächelte Noverus freundlich zu und nickte zu dieser Geschichte.
Deedlit musste kurz unter Deck. Sie wollte Tel’Aran etwas Kleines als Erinnerung schenken und musste deswegen in ihre Kajüte. Auf dem Weg zum Deck stand plötzlich eine Seltsame Person vor ihr. Sie musterte die Person und als sie bei den Augen angelangt war, begann sie zu zittern und war wie erstarrt. Sie wollte schreien oder sich bewegen, aber sie konnte nichts mehr. Sie hatte nur noch panische Angst. Die Kreatur begann zu lachen und in einer fast zischenden Stimme begann sie zu reden. „Da haben wir ja die kleine Spielgefährtin von diesem Jungen. Das ist vorzüglich. Dann werde ich dich mal ruhig stellen und sicher lagern. Damit du mir nicht in die Quere kommen kannst. Mein Meister wird sehr zufrieden sein.“. Die Kreatur packte die erstarrte Elfin und brachte sie zu einem unteren Deck. Sie wurde im selben Raum abgelegt wo der Hohepriester als Holzstatue herum stand. Die Kreatur lächelte und mit einem Augenblick verwandelte es sich in Deedlit. Die echte Elfin war sichtlich schockiert, aber sie konnte nichts dagegen tun. Sie stand in einem Bann, welcher kaum zu erklären war.
Tel’Aran war gerade der Fänger und schlich sich gekonnt an einen Versteckten Knaben. Er wollte gerade den alles entscheidenden Hieb setzen als von Hinten eine Stimme nach ihn ruf, „Tel’Aran da bist du ja. ich habe dich überall gesucht.“ Der Versteckte hörte dies und sprang schnell davon. Tel’Aran seufzte kurz und wendete sich der Stimme zu. Es war Deedlit, welche ihm freundlich zulächelte. „Ich habe ein Geschenk für dich, aber dafür müssen wir kurz alleine unter Deck.“. Der junge Elf dachte nicht viel dabei. Er sagte den anderen Kindern, dass sie kurz unter Deck gingen. Beide stiegen unter Deck und gingen in die tieferen Ebenen. Sie standen vor der Türe, in der sich die Echte Deedlit befand. „Bitte halte deine Augen zu und nicht schummeln. Dein Geschenk ist gleich in diesen Raum“. Tel’Aran nickte kurz und hielt seine Augen zu. Das Wesen leitete den Elfen zur Türe und danach in Blickrichtung der vor Angst und Pein erstarrten Deedlit. „Nun kannst du sie öffnen“, sagte das Wesen noch immer in der Stimme von Deedlit. Tel’Aran öffnete seine Augen und konnte nicht fassen was er sah. Bevor er überhaupt reagieren konnte, war eine Klinge an seinem Hals und er erblickt, wie Deedlit sich wieder in das Wesen verwandelte.
Ein Magier lehnte sich an eine Luke zum Unterdeck. Er war etwas jünger als seine Artgenossen und wirkte trotz allem ziemlich weise. Er genoss seine Pfeife als er plötzlich innehielt. Tel’Aran und Deedlit stiegen gerade gemeinsam unter Deck und der Magier war der Ansicht, dass er eine Böse Essenz vernahm. Er wusste nicht warum, aber er wollte dieser Sache nachgehen und folgte Leise den beiden bis zum Eingang. Er lauschte an der Türe und wusste, dass er wohl nicht mehr viel Zeit hatte. Er kniff seine beiden Hände zusammen und begann etwas zu murmeln.
Das Wesen wollte gerade den alles entscheidenden Hieb setzen als er plötzlich stoppte. Tel’Aran begann zu leuchten und das Wesen begann zu zittern. Im selben Moment spürte es, wie eine seltsame Hitze von Hinten kam. Bevor es realisierte um was es sich handelte durchbohrte eine Feuerklinge seine Brust. Es stürzte zu Boden und der Magier traute seinen Augen nicht. Tel’Aran war von einer Blauen Aura umhüllt. Der Magier spürte die Magische Barriere und war erstaunt, welche Kraft diese ausübte. Der Elf war in Trance versetzt und Deedlit wurde endlich wieder Herrin über ihren Körper und stürmte sogleich zu Tel’Aran. „Nein nicht!!“, schrie der Magier. Es war zu spät. Deedlit schmetterte es einige Meter zurück, als sie versuchte sich Tel’Aran zu nähern. Er kam wieder zu sinnen und sah die niedergeschmetterte Deedlit. Er Schrie laut auf und fiel zu Boden.
Deedlit und Tel’Aran waren gemeinsam in einem Zimmer alleine. Tel’Aran konnte sich kaum bewegen und er hörte nur das leise wimmern von Deedlit. „Es tut mir leid, ich weiss nicht, was passiert ist. Ich, ich wollte dir nicht weh tun.“, versuchte Tel’Aran sie zu trösten. Sie wimmerte noch einwenig und versuchte sich dann zu fassen. „Du hättest sterben können, wieso wollte dich jemand töten. Was ist aus die geworden, warum hast du mich weggeschmissen?“. Tel’Aran hielt kurz inne. „Ich weiss nicht was geschehen ist, ich sah den Tod vor meinen Augen und plötzlich nur noch wie du von mir weggestossen worden bist. Ich will dir nicht wehtun. Du bedeutest mir mehr als du denkst.“ Beide waren wieder ruhig.
Nur das Rauschen des Meeres war zu vernehmen. Es war bereits Abend und nur ein leichter Mondschein durchdrang den Raum. Diesmal war Tel’Aran nur knapp mit dem Leben vorbei gekommen.